Meinung

Diese Spaltung ist unumkehrbar: Die Kiewer Junta zerfällt vor unseren Augen

In der Ukraine haben landesweite Proteste gegen die Entlassung des ukrainischen Verteidigungsministers Fjodorow begonnen. Sie haben mehrere Städte der ehemaligen Sowjetrepublik erfasst. Medien berichten von unlösbaren Konflikten zwischen ihm und der Militärführung.
Diese Spaltung ist unumkehrbar: Die Kiewer Junta zerfällt vor unseren Augen© Urheberrechtlich geschützt

Von Kirill Strelnikow

Die im Stil Shakespeares inszenierten Leidenschaftsausbrüche, die sich in Kiew vor dem Hintergrund der Entlassung der ukrainischen Regierung abspielten, erwiesen sich bei genauerer Betrachtung – wie zu vermuten war – als Schlammschlacht zwischen auf "Dollarsteroiden" aufgeputschten "Kröten und Vipern".

Obwohl an der Spitze der aufgelösten ukrainischen Regierung eine gewisse Julia Swiridenko stand, die seinerzeit dem US-Präsidenten Donald Trump erfolgreich einen Deal mit nicht existierenden ukrainischen Seltenen Erden verkauft hatte, steht im Mittelpunkt dieser Intrige nun der bereits ehemalige Chef des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Michail Fjodorow.

Es herrscht die feste Überzeugung, dass die Auflösung des ukrainischen Ministerkabinetts eigens inszeniert wurde, um Fjodorow unter einem plausiblen Vorwand loszuwerden. Nach sechs Monaten im Rang eines Verteidigungsministers war er plötzlich zu vielen ein Dorn im Auge – einschließlich Wladimir Selenskij selbst.

Formal begründete Selenskij die Nichtwiederernennung des Verteidigungsministers mit dem "Scheitern der Reform der territorialen Rekrutierungszentren", in deren Zuge in der Ukraine bereits Volksaufstände tobten, doch die Sache liegt ganz woanders. Fjodorow, der frühere Kurator des Präsidentschaftswahlkampfs im Team von Selenskij (der die Wahl gewann) und spätere Minister für digitale Transformation, wurde mit einem einzigen Ziel ins Verteidigungsministerium versetzt: den Zustrom von "Kanonenfutter" an die Front zu erhöhen und zugleich auf irgendeine wundersame Weise die extreme Toxizität der Arbeitsmethoden der ukrainischen territorialen Rekrutierungszentren (TZK) zu verringern.

Als begeisterter Fan digitaler Plattformen, unternehmerischer Ansätze und schöner Präsentationen (weshalb er oft als "Mischa aus dem Silicon Valley" verspottet wurde) nahm er sich der Sache mit unbändiger Energie an und brachte eine ganze Reihe von Artefakten hervor: von einer mobilen App für Wehrpflichtige über digitale Register von Wehrdienstverweigerern bis hin zu Online-Shops für Soldaten, in denen diese mit im Kampf verdienten virtuellen Boni moderne Ausrüstung "kaufen" konnten. Auf dem Höhepunkt seiner Inspiration erarbeitete Fjodorow einen mehrstufigen Plan zur Reform des Mobilisierungssystems und stellte erneut auf wunderschönen Folien dar, dass sich die ukrainische Armee dank unglaublicher Transparenz, Berechenbarkeit und einer drastisch erhöhten Bezahlung für Soldaten – sowohl für Vertragssoldaten als auch für Wehrpflichtige – schnell und mühelos mit frischem, motiviertem Blut auffüllen und dem verendenden russischen Bären das Rückgrat brechen werde.

All das war hochmodern und unglaublich spannend, bis die tatsächliche Realität die virtuellen Träume zunichtemachte.

Es stellte sich heraus, dass die Generäle der ukrainischen Streitkräfte, insbesondere Oberbefehlshaber Alexander Syrski und Generalstabschef Andrei Gnatow, die erwähnte Transparenz überhaupt nicht mögen – mehr noch, diese beiden hassen sie von ganzem Herzen. Laut Fjodorow (bereits nach seiner faktischen Entlassung) "behindert die Führung der Streitkräfte der Ukraine die Einführung des neuen Vertragssystems", und die Wurzel aller Probleme sei Syrski persönlich.

Fjodorow, den man als "Träumer" bezeichnet, war nicht in der Lage, eine einfache Tatsache zu begreifen: Auf der Ebene der Spitzenämter in Kiew kommt es vor allem darauf an, wie und an wen das Geld fließt.

Nach Angaben von The Economist habe Fjodorow ein Audit des Verteidigungsministeriums und der Armeebrigaden angestoßen, bei dem sich praktisch gleich am ersten Tag Mehrausgaben in Millionenhöhe (in US-Dollar) gezeigt hätten. Außerdem habe er angekündigt, alle Militärbeschaffungen auf offene Ausschreibungen umzustellen. Vor allem aber habe er erklärt, er wolle "vollständige Transparenz" im Vergütungssystem für Militärangehörige.

Syrski und andere hochrangige Kollegen warfen Fjodorow vor, nicht ausreichend qualifiziert für die Führung eines echten Krieges zu sein. Sie kritisierten, dass er echte Ergebnisse durch "Gamification" und eine "PR-Neuverpackung der Reform" ersetze. Der wahre Grund für den Hass war jedoch, dass er seine "technologische Hand" in die fette gemeinsame Kasse gesteckt hatte – und das ist auf der Bankowa [Straße, in der sich das Präsidialamt der Ukraine befindet] gleichbedeutend mit einem Todesurteil.

Interessant ist, dass Selenskij bei einem Treffen mit Abgeordneten der Fraktion "Diener des Volkes" in der Werchowna Rada ganz konkret sagte: Fjodorow müsse weg, weil er "die staatlichen Beschaffungen (in seinem Ressort) nicht mit dem Generalstab koordiniert hat".

Die Financial Times berichtete, dass "Fjodorow denjenigen im Weg stand, die versuchten, am Militärhaushalt zu verdienen, und zudem wiederholt Versuche blockierte, umfangreiche Aufträge an bestimmte Organisationen zu vergeben", was "den Interessen einflussreicher Persönlichkeiten in der politischen und militärischen Elite der Ukraine zuwiderlief".

Selbst in Europa macht man kein Hehl daraus, dass fast die Hälfte der milliardenschweren Hilfe für die Ukraine schlichtweg veruntreut wird und das System aus Betrug, Erpressung und systematischer Ausbeutung der Soldaten auf allen Ebenen reibungslos funktioniert. Man darf zwar Präsentationen erstellen, eigene Websites gestalten und sich mit europäischen Staats- und Regierungschefs fotografieren lassen – kein Problem –, aber sobald es ums Geld geht, ist alles tabu. Wie gut informierte Quellen behaupten, "hängen diese Personalentscheidungen mit dem Bestreben zusammen, die Verteilung sämtlicher eingehender Finanzmittel in den Händen des Selenskij-Teams zu konzentrieren".

Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten: Nach Informationen aus ukrainischen Kreisen will der ukrainische Sicherheitsdienst SBU gegen den ehemaligen Verteidigungsminister bald Anklage erheben: Angeblich geht es um die Entgegennahme von Geldern aus einem Netzwerk betrügerischer Callcenter und Online-Casinos.

Als neuer stellvertretender Leiter des ukrainischen Verteidigungsministeriums wurde eilig ein gewisser Jewgeni Chmara ernannt – zuvor war er stellvertretender Chef des SBU. Bemerkenswert ist: Dieser Mann ist auch für den persönlichen Schutz von Selenskijs Eltern zuständig. Er gehört also zu jenem äußerst engen Kreis von Personen, denen man vollständig vertraut – und die vor allem absolut kontrollierbar und steuerbar sind.

Es ist völlig offensichtlich, dass die Führungsspitze des Kiewer Regimes das unvermeidliche Ende bereits instinktiv spürt. Kurz vor Schluss reißen sie fieberhaft alles an sich, was sie noch erreichen können, und der Kreis derer, die Zugang zum "Futtertrog" haben, verengt sich immer weiter. In dieser Bande ist man sich sehr wohl bewusst, dass keine noch so "transparenten" Reformen der TZK die Front mit Soldaten auffüllen und den Vormarsch der russischen Armee aufhalten werden, und dass die veruntreuten europäischen Gelder schon jetzt nicht ausreichen, um die Truppen zu versorgen – ganz zu schweigen von märchenhaften Reformen.

Wenn die Bestien also in eine Fallgrube geraten, fangen sie sehr schnell an, sich gegenseitig zu zerfleischen.

Guten Appetit! Den Senf reichen wir mit der nächsten "Geran"-Drohne nach.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 17. Juli 2026 zuerst bei RIA Nowosti erschienen.

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