
Zu hohe Gebühren: Ryanair halbiert Angebot am BER

Die Billigfluglinie Ryanair zieht laut eigenen Angaben ihre zuletzt noch sieben am Hauptstadtflughafen BER stationierten Passagierjets ab und halbiert bis Jahresende das Flugangebot. Das Verkehrsaufkommen dürfte sich nach Schätzungen der Airline bis 2027 etwa halbieren – von 4,5 auf 2,2 Millionen Passagiere. Als Grund nennt das Unternehmen die angekündigte Erhöhung der Flughafenentgelte durch die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB).
Laut aktueller Mitteilung wird die Berliner Ryanair-Basis zum 24. Oktober dieses Jahres geschlossen, erklärte die Airline über Branchenportale. Die Hauptstadt werde zwar weiterhin angeflogen, "jedoch mit außerhalb Deutschlands stationierten Flugzeugen", zitiert die Webseite Aero. In der Mitteilung des Unternehmens heißt es wörtlich:
"Alle 7 in Berlin stationierten Flugzeuge sollen in diesem Fall auf kostengünstigere Flughäfen in anderen EU-Staaten verlagert werden, die die Luftverkehrsteuer abgeschafft haben, darunter Schweden, die Slowakei, Albanien und Italien."

Die am BER stationierten Ryanair-Piloten und Kabinenbesatzungen wurden demnach bereits alle informiert. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) übt am Tag des Bekanntwerdens scharfe Kritik an der angekündigten Schließung der Ryanair-Basis in Berlin.
Diese Entscheidung sei laut Mitteilung "ein weiteres Beispiel für eine rücksichtslose, rein profitorientierte Unternehmensstrategie, bei der die Interessen der Beschäftigten systematisch missachtet würden". So heißt es entgegen den Medienmeldungen:
"Das Unternehmen hatte den örtlichen Betriebsrat nicht einmal über die Schließung informiert. Der Betriebsrat in Berlin werde seit Jahren von Ryanair systematisch behindert und diskreditiert."
Der Flughafen BER sei so zum "am schlechtesten performenden Flughafen Europas geworden", heißt es in der Ryanair-Pressemitteilung weiter. Die Verantwortlichen hätten demnach "kürzlich" angekündigt, die Gebühren von 2027 bis 2029 erneut um weitere zehn Prozent zu erhöhen, so Ryanair. Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg weist diese Information laut rbb-Beitrag zurück. Die Presseabteilung von Ryanair informiert dazu:
"Dies zeigt sich unter anderem daran, dass seit 2019:
- sich die Luftverkehrsteuer von 7,30 € auf 15,50 € pro Passagier mehr als verdoppelt hat.
- sich die Sicherheitsgebühren von 10 € im Jahr 2024 auf 20 € pro Passagier bis Januar 2028 verdoppeln werden.
- die Flugsicherungsgebühren von 1 € auf 3,30 € pro Passagier mehr als verdreifacht wurden."
"Eine derartige Erhöhung der Flughafenentgelte ist nicht vorgesehen", betonte ein Sprecher am Freitagmittag gegenüber Medien. Von der Ankündigung der Fluggesellschaft Ryanair "sei man überrascht".
Als parallele Maßnahme heißt es in einer weiteren Mitteilung auf der Webseite, dass "Check-in und Gepäckaufgabe am Flughafen ab November 2026 60 Minuten (statt bisher 40 Minuten) vor Abflug schließen".
Das Unternehmen kritisiert zudem Politik und Betreiber und erklärt, dass die deutsche Luftverkehrspolitik aus Sicht von Ryanair "ihre Bürger im Stich gelassen hat, da sie sich auf eine hohe Luftverkehrsteuer und übermäßige Flughafenkosten stützt, um strukturelle Ineffizienzen zu kompensieren".
Kein anderer großer Airport in Europa habe sich von der Corona-Pandemie so schlecht erholt wie der BER, so Eddie Wilson, Chef des in Dublin beheimateten Unternehmens. Der Flughafen sei "hoffnungslos ineffizient", so die Kritik.
Im laufenden Sommerflugplan fliegt Ryanair über 30 internationale Ziele vom BER aus an.
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