Deutschland

KI statt Pfarrer: ChatGPT hält ersten Gottesdienst in Deutschland ab

Der Chatbot ChatGPT hat erstmals einen komplett digitalen Gottesdienst in Deutschland abgehalten. Statt eines Pfarrers predigten unterschiedliche Avatare über dem Altar der Paulskirche im bayerischen Fürth.
KI statt Pfarrer: ChatGPT hält ersten Gottesdienst in Deutschland abQuelle: www.globallookpress.com © Daniel Vogl

Hunderte Gläubige haben sich vergangene Woche im bayerischen Fürth zu einem Gottesdienst versammelt, der fast komplett von künstlicher Intelligenz generiert wurde. Erstellt wurde er von dem Chatbot ChatGPT und von Jonas Simmerlein, einem Theologen und Philosophen der Universität Wien. "Ich sagte der Künstlichen Intelligenz: 'Wir sind auf dem Kirchentag, Sie sind Prediger … wie würde ein Gottesdienst aussehen?'", erklärte Simmerlein gegenüber der Agentur AP. "Ich habe das Projekt zwar gestartet, den Entstehungsprozess aber nur begleitet. 98 Prozent des Gottesdienstes stammen von der Maschine". Jedoch habe der Theologe nicht vor, Kirchenvertreter durch künstliche Intelligenz zu ersetzen. Der Einsatz von KI sei jedoch eine Möglichkeit, sie bei ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen, erklärte er.

Der Chatbot, verkörpert durch verschiedene Avatare auf einer riesigen Leinwand über dem Altar, führte die Gemeindemitglieder 40 Minuten lang durch Gebete, Musik und Predigten. "Liebe Freunde, es ist mir eine Ehre, hier zu stehen und euch als erste Künstliche Intelligenz auf dem diesjährigen Evangelischen Kongress in Deutschland zu predigen", hieß es in der Begrüßungsrede. Neben den computergenerierten Texten wurde auch die Kirchenmusik von Künstlicher Intelligenz komponiert.

Wie eine 54-jährige Besucherin später erklärte, sei sie zunächst neugierig gewesen, fand den Gottesdienst im Laufe der Zeit aber zunehmend abstoßend. "Es gab kein Herz und keine Seele", sagte sie. "Die Avatare zeigten überhaupt keine Emotionen, hatten keine Körpersprache und redeten so schnell und eintönig, dass es mir sehr schwerfiel, mich auf das zu konzentrieren, was sie sagten." Ein Pfarrer aus Troisdorf bei Köln zeigte sich hingegen beeindruckt: "Eigentlich hatte ich es mir schlimmer vorgestellt. Aber ich war positiv überrascht, wie gut es funktionierte. Auch die Sprache der KI hat gut funktioniert, auch wenn sie zeitweise noch etwas holprig war", berichtet AP.

Der Deutsche Evangelische Kirchentag findet alle zwei Jahre in Nürnberg und im nahegelegenen Fürth statt und zieht Zehntausende Christen an. In diesem Jahr ging es bei der Veranstaltung um Klimawandel, die Ereignisse in der Ukraine und künstliche Intelligenz.

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