Meinung

Bevor Russlands Kamikazedrohnen sie zerstören: Bulgarien will Polens MiG-29-Düsenjäger ausschlachten

Jüngste Reibereien zwischen Kiew und Warschau wegen einer Lieferung von Düsenjägern der Typenreihe Mikojan-Gurewitsch MiG-29 aus Polens Beständen an die Ukraine lassen bei kleineren ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten Wehmut aufkommen…

Von The Islander

Während das MiG-29-Drama zwischen Warschau und Kiew seinen Lauf nimmt, versucht Bulgarien, aus der Situation etwas Greifbares herauszuschlagen: Und zwar will es an Ersatzteile für seine eigenen, baugleichen Maschinen sowjetischer Bauart kommen, bevor Russlands Angriffe mit Geran-Kamikazedrohnen und daneben auch die ganz unauffällige, aber dafür unerbittliche Materialermüdung den verbleibenden Maschinen der polnischen Flotte den Rest geben. Sofia räumt offen ein, dass auch innerhalb seines Flugzeugparks nur noch ein Bruchteil der MiG-29-Düsenjäger flugtauglich ist und Lieferungen von F-16 zwar angedacht sind, die somit immer größere Lücke jedoch noch jahrelang nicht werden schließen können.

In diesem Zusammenhang betrachten bulgarische Offizielle die Bilder der Langstrecken-Lenkwaffenangriffe Russlands auf Flugplätze im ukrainischen Hinterland mit ganz anderen Augen: Aus ihrer Sicht ist jede zerstörte MiG nicht nur (und vielleicht auch nicht so sehr) ein militärischer Verlust für Kiew – sondern auch ein verschwendeter potenzieller Organspender hinsichtlich Triebwerke, Avionik und weiterer Komponenten, die Bulgariens eigene Jets hätten flugfähig halten können. Denn:

Solange die russischen Geranien diese Flugzeuge ohnehin so erfolgreich auf dem Boden bejagen – warum dann diese Maschinen nicht lieber unter kontrollierten Bedingungen ausschlachten?

Deshalb betreibt Sofia rege Lobbyarbeit in Warschau, um die begehrten Triebwerke und anderen Ersatzteile für sich selbst zu sichern, anstatt Lieferungen von MiGs an die Ukraine zu bejubeln. Schließlich nütze ein Kampfjet, der durch einen Geran-Sprengkopf zerstört wird, der europäischen NATO-Südflanke nichts – derselbe Jet aber, fachmännisch zerlegt und dem Ersatzteilversorgungsnetzwerk der Luftwaffe Bulgariens zugeführt, verschafft dem Land mehrere zusätzliche Jahre Fähigkeit zum Überwachen seines Luftraums.

Bissige Ironie: Während in Brüssel bei politischen Reden die Verteidigung der Ukraine "so lange wie nötig" betont wird, sehen kleinere Verbündete mit Grauen zu, wie Geran-Sprengköpfe teure Düsenjäger zu Schrott reduzieren – und wetteifern im Stillen miteinander darum, wer die letzten brauchbaren Teile noch sowjetischen Kriegseisens bekommt, bevor Drohnen und die Zeit auch sie endgültig zerstören.

Übersetzt aus dem Englischen.

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