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Fidel Castro machte den Kampf Afrikas zu seinem eigenen

Der 100. Geburtstag Fidel Castros bietet einen wichtigen Anlass, über die bleibende Beziehung nachzudenken, die er zu Afrika knüpfte – und über die Solidarität, die Kuba den afrikanischen Befreiungsbewegungen sowie den jungen unabhängigen Staaten entgegenbrachte.

Von Nicholas Mwangi

Am 13. August 2026 gedachte die Welt des 100. Geburtstags von Fidel Castro, jenem Mann, der nicht nur die Kubanische Revolution von 1959 und den Aufbau eines sozialistischen Staates anführte, sondern auch wesentlich zur afrikanischen Befreiungsgeschichte des 20. Jahrhunderts beitrug.

Dieser Geburtstag fiel für Kuba in eine schwierige Zeit: eine akute Wirtschaftskrise, Ölknappheit und ein verschärftes US-Sanktionsregime. Doch selbst unter dieser Last hält Kuba stand. Und überall in Afrika wird Fidels nicht als ferner Figur des Kalten Krieges gedacht, sondern als revolutionärem Internationalisten, dessen Name untrennbar mit der eigenen Befreiungsgeschichte des Kontinents verbunden ist.

Dieses Vermächtnis ist hochverdient. Castros Revolution siegte 1959, gerade als Afrika in sein entscheidendstes Jahrzehnt der Entkolonialisierung eintrat. Zu diesem Zeitpunkt waren Ghana und Guinea die einzigen unabhängigen Staaten südlich der Sahara. Innerhalb von zehn Jahren veränderte sich die politische Landkarte des Kontinents grundlegend. Kuba, eine kleine Insel neunzig Meilen von den USA entfernt, entschied sich, seinen eigenen Kampf als untrennbar mit diesem kontinentalen Erwachen verbunden zu betrachten.

Castro äußerte sich 1975 in diesem Sinn, als er Kubas afrikanische Wurzeln und die Verpflichtung beschrieb, die diese Geschichte auferlegt. Ein Versprechen, in seinen Worten:

"Afrikanisches Blut fließt frei durch unsere Adern. Viele unserer Vorfahren kamen als Sklaven aus Afrika in dieses Land. Als Sklaven mussten sie sehr viel durchmachen. Sie kämpften als Mitglieder der Befreiungsarmee Kubas. Wir sind Brüder und Schwestern der Völker Afrikas, und wir sind bereit, für sie zu kämpfen."

Was folgte, waren sechs Jahrzehnte, in denen Ärzte, Lehrer, Soldaten, Ingenieure und politische Kader auf einen Kontinent entsandt wurden, der Tausende von Kilometern entfernt lag.

In einem Interview mit Ignacio Ramonet reflektierte Castro über Kubas Einsatz für andere unterdrückte Nationen, einschließlich der Unabhängigkeitskämpfe in Afrika.

"Kubas heldenhafte Solidarität mit unseren Geschwisterländern in Afrika ist sehr anerkannt worden. Dieses glänzende Kapitel unserer revolutionären Geschichte verdient es, bekannt zu werden, und sei es nur, um die Hunderttausenden von Frauen und Männern zu ermutigen, die internationalistische Kämpferinnen und Kämpfer sind. Sie sollte als Vorbild für heutige und künftige Generationen niedergeschrieben werden. Meiner Meinung nach sind die Menschen zudem nicht ausreichend über die Geschichte der imperialistischen und neokolonialen Ausbeutung und Plünderung Afrikas durch Europa informiert, natürlich mit voller Unterstützung der USA und der NATO."

Solidarität mit dem Befreiungskampf Afrikas

Kubanische Ärzte trafen 1963 in Algerien ein – ein wichtiges Detail, das das gängige Bild vom kubanischen Internationalismus als vorwiegend militärisch ergänzt. Von Beginn an umfasste Kubas Engagement in Afrika auch Medizin, Bildung und technische Hilfe. Doch die Kongo-Krise und insbesondere die Ermordung von Patrice Lumumba stellten einen entscheidenden Moment in der Entwicklung von Kubas revolutionärem Internationalismus dar.

In einer Rede vor den Vereinten Nationen im September 1960 verurteilte Castro den anhaltenden Einfluss kolonialer Interessen im Kongo und verteidigte Lumumba ausdrücklich:

"Die Hand der kolonialistischen Interessen war im Kongo deutlich und sichtbar, und unsere Ansicht ist daher, dass kolonialistische Interessen begünstigt wurden und dass alle Fakten darauf hindeuten, dass die Vernunft und das Volk des Kongo auf der Seite des einzigen Anführers stehen, der dort geblieben ist, um die Interessen seines Landes zu verteidigen, und dieser Anführer ist Lumumba."

Castro weitete dieses Argument auf Algerien aus, wo der Kampf gegen den französischen Kolonialismus noch im Gange war. Er bekräftigte Kubas Unterstützung für die algerische Unabhängigkeit, stellte die Behauptung in Frage, Algerien sei ein "Außenposten" Frankreichs, und verurteilte die Gewalt, die den algerischen Gemeinschaften zugefügt wurde. Er stellte die Bereitschaft der internationalen Gemeinschaft, im Kongo einzugreifen, ihrer Zurückhaltung gegenüber, sich mit dem französischen Kolonialismus in Algerien auseinanderzusetzen.

Für Castro ging die Frage der Befreiung jedoch über das formale Ende der Kolonialherrschaft hinaus. Er erklärte:

"Wir stehen daher auf der Seite des algerischen Volkes, ebenso wie auf der Seite der übrigen kolonialisierten Völker Afrikas und auf der Seite derjenigen, die in der Südafrikanischen Union diskriminiert werden. Ebenso sind wir auf der Seite jener Völker, die frei sein wollen – nicht nur politisch, denn es ist sehr einfach, eine Flagge, ein Wappen, eine Hymne und eine Farbe auf der Landkarte zu erlangen, sondern auch wirtschaftlich frei. Denn es gibt eine Wahrheit, die wir alle als von vorrangiger Bedeutung anerkennen sollten, nämlich dass es keine politische Unabhängigkeit geben kann, solange es keine wirtschaftliche Unabhängigkeit gibt, dass politische Unabhängigkeit ohne wirtschaftliche Unabhängigkeit eine Lüge ist. Wir unterstützen daher die Bestrebungen aller Länder, politisch und wirtschaftlich frei zu sein. Freiheit besteht nicht im Besitz einer Flagge, eines Wappens und einer Vertretung bei der UNO."

Der Kongo und Algerien wurden zum zentralen Ausgangspunkt für Kubas späteres Engagement in Afrika.

Fünf Jahre später, im Jahr 1965, führte Che Guevara ein kubanisches Kontingent in den Kongo, um den revolutionären Kampf direkt zu unterstützen. Die Mission erzielte zwar nicht den von Havanna erhofften Sieg, doch ihre historische Bedeutung lag in der Tatsache, dass Kuba ein direktes materielles Engagement für die Kämpfe in Afrika begonnen hatte.

Umfassender Internationalismus

Nichts verdeutlicht das Ausmaß dieses Engagements so sehr wie Angola. Als die portugiesische Kolonialherrschaft 1974 zusammenbrach, zerfiel Angola in einen dreiseitigen Bürgerkrieg, der sich noch weiter zuspitzte, als die Apartheid-Regierung Südafrikas in Namibia einmarschierte, um die von der Sowjetunion und Kuba unterstützte MPLA zu zerschlagen, bevor diese ihre Macht festigen konnte.

Castros Antwort war die "Operación Carlota", benannt nach einer versklavten Frau, die 1843 einen kubanischen Aufstand angeführt hatte – eine bewusste historische Bezugnahme, die die Mission mit Kubas eigener Geschichte des Widerstands der Schwarzen verband.

Kubanische Truppen halfen dabei, den südafrikanischen Vormarsch auf Luanda aufzuhalten, und sicherten das Überleben der MPLA bis zur Unabhängigkeit.

In den darauffolgenden 16 Jahren waren Hunderttausende kubanische Soldaten abwechselnd in Angola im Einsatz, kämpften, starben und bauten eine Luft- sowie Panzerpräsenz auf, weit über das hinaus, was ein Land von der Größe Kubas angesichts des Embargos einer Supermacht eigentlich hätte aufrechterhalten können.

Der entscheidende Moment kam 1987/88 in Cuito Cuanavale. Die Schlacht zerstörte den Mythos der militärischen Unbesiegbarkeit Apartheid-Südafrikas, verschob das regionale Kräfteverhältnis und trug dazu bei, die Verhandlungen zu erzwingen, die zur Unabhängigkeit Namibias und zum Rückzug Südafrikas aus Angola führten.

Es lässt sich kaum hoch genug bewerten, was dies für die Anti-Apartheid-Bewegung bedeutete: eine kleine, blockierte karibische Nation, die enorme Solidarität und Aufopferung entgegengebracht hatte.

Afrikanische Anführer würdigen Fidel

Fidels Charisma, politische Überzeugung und Einsatz für den revolutionären Internationalismus brachten ihn in engen Kontakt mit einigen der Anführer und Revolutionäre Afrikas, darunter Kwame Nkrumah (Ghana), Julius Nyerere (Tansania), Samora Machel (Mosambik), Agostinho Neto (Angola), Amílcar Cabral (Guinea-Bissau/Kap Verde), Ahmed Sékou Touré (Guinea) und Thomas Sankara (Burkina Faso).

Diese Beziehungen beruhten auf einer breiteren politischen Übereinstimmung in Bezug auf Antikolonialismus, nationale Befreiung, Sozialismus, Panafrikanismus und Widerstands gegen den Imperialismus.

Während westliche Darstellungen oft ein widersprüchliches Bild von Castro und seinem Vermächtnis gezeichnet haben, herrschen in der Erinnerung vieler afrikanischer Befreiungsbewegungen und Völker weitaus weniger Zweifel darüber, wofür Fidel und Kuba standen. Für diejenigen, die Kolonialismus, Apartheid und ausländische Intervention erlebt hatten, war Kubas Unterstützung keine abstrakte Haltung im Kalten Krieg. Sie war materielle Solidarität.

Vielleicht wird der historische Rückblick im Laufe der Zeit eine noch umfassendere Würdigung dessen ermöglichen, was Fidel und das kubanische Volk für Afrika geleistet haben.

Als Nelson Mandela Fidel nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis traf, war seine Bewunderung unverkennbar, und sie wurzelte in etwas Tieferem als bloßer Dankbarkeit für militärische Hilfe. Mandela wies wiederholt auf den Umfang des kubanischen Beitrags zur afrikanischen Befreiung hin, die Soldaten, die an der Seite afrikanischer Streitkräfte kämpften, aber auch die Ärzte, Lehrer, Ingenieure und Techniker, die auf dem gesamten Kontinent tätig waren.

Der kubanische Internationalismus ließ sich niemals auf Waffenlieferungen reduzieren. Er war ein Angebot von menschlichen Fähigkeiten, Wissen, Kompetenzen und Institutionen an Gesellschaften, die versuchten, den Kolonialismus zu überwinden und sich selbst zu verändern. Und in vielerlei Hinsicht überdauerte dieses zivile Engagement das militärische.

Kubanische Truppen zogen sich schließlich aus Angola zurück, doch die Zusammenarbeit im Gesundheits- und Bildungswesen dauerte bis in die 1990er-Jahre an, selbst als Kuba nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in die schwere Wirtschaftskrise der "Sonderperiode" geriet.

Kuba entsandte weiterhin Ärzte und andere Fachkräfte ins Ausland, zu einer Zeit, als die eigene Bevölkerung im Inland mit gravierenden Versorgungsengpässen konfrontiert war.

1998 bezifferte Fidel in einer Rede vor dem südafrikanischen Parlament die militärische Dimension dieses Engagements: 381.432 kubanische Soldaten und Offiziere hatten an der Seite afrikanischer Streitkräfte in Kämpfen um Unabhängigkeit oder gegen ausländische Aggressionen gedient.

Dies zeigt das Ausmaß des materiellen und menschlichen Engagements eines kleinen Landes für einen Kontinent, dem Kuba niemals zur Unterstützung verpflichtet war, dessen Kämpfe Fidel und die Kubanische Revolution jedoch als untrennbar mit ihren eigenen verbunden betrachteten.

Castros afrikanisches Vermächtnis beruhte auf einer einfachen, altmodischen Überzeugung: dass keine Nation in der Isolation frei ist und dass echte Solidarität ihren Preis hat.

Ein Jahrhundert nach seiner Geburt und zehn Jahre nach seinem Tod ist dies immer noch der Grund, warum sein Name auf dem Kontinent mit Respekt genannt wird.

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Leicht gekürzt. Aus dem Englischen übersetzt von Olga Espín.

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