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Eishockey-WM in Deutschland 2027 – Ohne Russland

Das Gezerre um eine Teilnahme russischer Sportler an internationalen Turnieren geht weiter; diesmal geht es um die Weltmeisterschaften im Eishockey. Dabei kann man durchaus ins Nachdenken geraten, was der Veranstaltungsort mit der Entscheidung zu tun hat.
Eishockey-WM in Deutschland 2027 – Ohne RusslandQuelle: Sputnik © Alexei Filippow

Man könnte fast glauben, es hätte etwas mit dem antirussischen Fanatismus zu tun, der mittlerweile in Deutschland gepflegt wird: Der internationale Eishockeyverband IIHF hat Russland von der Teilnahme an der Weltmeisterschaft der Herren 2027 sowie der U-20-Weltmeisterschaft und der U-18-Turniere der Männer und Frauen ausgeschlossen. Ob die russische Frauenmannschaft an der WM teilnehmen darf, soll erst im November entschieden werden.

Erst im Mai war der Ausschluss der russischen Nationalmannschaft vom IIHF aufgehoben worden. Die aktuelle Entscheidung kommt also durchaus überraschend.

Die Weltmeisterschaft wird vom 14. bis zum 30. Mai 2027 in Düsseldorf und Mannheim ausgetragen; das Eröffnungsspiel findet in Gelsenkirchen statt. Extra dafür wird das Stadion des FC Schalke 04 in eine Eishockey-Arena umgebaut. Deutschland wurde im Mai 2023 zum Austragungsort bestimmt; es setzte sich in der Abstimmung gegen Kasachstan durch.

Deutsche Vertreter spielen eine durchaus prominente Rolle innerhalb des IIHF; der ehemalige DEB-Präsident Franz Reindl kandidiert im Herbst für die Präsidentschaft des internationalen Eishockeyverbandes. Schon von 1975 bis 1994 hatte dieser Verband mit Günther Sabetzki einen deutschen Präsidenten.

Auch wenn der Weltverband wohl vor allem Sicherheitsprobleme als Grund für den Ausschluss vortrug, ist ein Faktor vermutlich ebenfalls bedeutend: Bei einer Teilnahme Russlands wäre die Ukraine, die gerade so noch auf die Liste der Teilnehmer kam, aus dem Turnier geflogen.

Weißrussland, das ebenfalls seit Februar 2022 von den Turnieren ausgeschlossen wurde, darf zumindest an den U-18-Turnieren wieder teilnehmen.

Damit entscheidet der IIHF gegen den derzeitigen Trend – vor Kurzem hatte das IOC den Ausschluss des russischen olympischen Komitees aufgehoben und auch russische Sportler wieder zu Wettbewerben zugelassen. Andere Sportverbände, wie der Gymnastikverband, hatten diesen Schritt bereits zuvor vollzogen. Allerdings erweist sich auch hier der Deutsche Olympische Sportbund als Hardliner – während das IOC noch darüber berät, die russischen Teilnehmer auch mit Flagge und Hymne zuzulassen, besteht der DOSB weiter darauf, russische Sportler nur unter neutralem Status starten zu lassen.

Der russische Eishockeyverband hat bereits angekündigt, er werde Beschwerde beim internationalen Sportgerichtshof in Lausanne (CAS) einlegen. Er könne die Entscheidung weder akzeptieren noch nachvollziehen. Der Verband ignoriere die Empfehlungen des IOC und handle gegen den völkerverbindenden Geist des Sports.

Nachdem Russland über lange Jahre hinweg der stärkste Konkurrent Kanadas um die weltweite Spitze war, ist eine Eishockey-WM ohne Russland ein wenig wie ein Springreitturnier ohne Pferde. Nichtsdestotrotz wurden für das Eröffnungsspiel in Gelsenkirchen bereits binnen weniger Stunden 38.000 Karten verkauft.

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