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Roskosmos-Chef Rogosin erinnert an Bidens Vorschlag, Belgrad zu bombardieren

Der Chef von Roskosmos Dmitri Rogosin hat ein Video von Bidens Rede über die Bombardierung Belgrads veröffentlicht, nachdem dieser den russischen Präsidenten als Kriegsverbrecher bezeichnet hatte. Der Kreml befand die Äußerungen des heutigen US-Präsidenten inakzeptabel.
Roskosmos-Chef Rogosin erinnert an Bidens Vorschlag, Belgrad zu bombardierenQuelle: Gettyimages.ru © Wolfgang Kumm/picture alliance

US-Präsident Joe Biden habe im Jahr 1999 die Bombardierung Belgrads vorgeschlagen. Daran erinnerte der Chef der russischen Weltraumorganisation Roskosmos Dmitri Rogosin.

Er veröffentlichte ein Video der archivierten Rede des US-amerikanischen Regierungschefs, in der dieser über seinen Vorschlag spricht. Auf seinem Telegram-Kanal schrieb Rogosin:

"Sollte Biden daran erinnert werden, wer der Kriegsverbrecher ist? Am Rande seines Grabes muss dieser blutige alte Mann an seine Gräueltaten denken, an die Tausende von Zivilisten, die er getötet hat."

Auf einer Sitzung des US-Senatsausschusses für auswärtige Angelegenheiten im Jahr 1998, ein Jahr vor den Bombenanschlägen in Belgrad, sagte Biden:

"Ich war es, der vorgeschlagen hatte, Belgrad zu bombardieren. Ich war es, der vorgeschlagen hatte, US-amerikanische Piloten zu schicken und alle Donaubrücken zu sprengen. Ich war es, der vorgeschlagen hatte, ihnen alle Treibstoffvorräte zu entziehen. Ich war es, der dies alles vorgeschlagen hatte."

Zuvor hatte eine Journalistin Biden gefragt, ob er bereit sei, "nach allem, was wir gesehen haben", den russischen Präsidenten Wladimir Putin einen "Kriegsverbrecher" zu nennen, was er zunächst verneinte. Nach einer Weile hakte das US-amerikanische Staatsoberhaupt jedoch bei der Journalistin nach und sagte dann:

"Er ist ein Kriegsverbrecher."

Dmitri Peskow, der Sprecher des russischen Präsidenten, bezeichnete Bidens Worte als inakzeptabel.

Im Jahr 1999 hatte die NATO die Operation Allied Force in Jugoslawien durchgeführt, in deren Rahmen das Land vom 24. März bis zum 10. Juni bombardiert wurde. Auslöser der internationalen Intervention war der ethnische Konflikt zwischen Albanern und Serben im Kosovo. Die Operation wurde ohne Ermächtigung durch den UN-Sicherheitsrat durchgeführt. Insgesamt wurden mehrere Tausend Angriffe mit Bombern und Marschflugkörpern durchgeführt.

Während der Operation in Jugoslawien flogen die NATO-Flugzeuge in 78 Tagen 35.219 Einsätze und warfen mehr als 23.000 Bomben und Raketen ab. Dazu gehörten 218 seegestützte Marschflugkörper auf 66 Ziele durch die US-Amerikaner und 60 luftgestützte Marschflugkörper durch die Briten. Infolgedessen trennte sich das Kosovo von Belgrad, sodass nur noch Serbien und Montenegro übrig blieben und der jugoslawische Staat zu existieren aufhörte. Nach Angaben der Behörden der Bundesrepublik Jugoslawien starben bei dem Bombardement insgesamt mehr als 1.700 Zivilisten, darunter fast 400 Kinder, und rund 10.000 wurden schwer verletzt.

Zum Zeitpunkt der Operation war der Demokrat Bill Clinton Präsident der Vereinigten Staaten gewesen. Biden war damals Senator aus Delaware gewesen und hatte dem Ausschuss für auswärtige Beziehungen angehört, dessen Vorsitz er später übernahm. Als US-Vizepräsident besuchte Biden Belgrad im Jahr 2016 und sprach den Familien der bei den Bombenangriffen Getöteten sein Beileid aus.

Aleksandar Vučić, der serbische Präsident, wies darauf hin, dass sein Land der NATO wegen der Bombardierung Jugoslawiens nicht beitreten werde. Er sagte:

"Zusammenarbeit ist immer eine gute Sache. Es fühlt sich gut an, zu vergeben, aber wir können es nicht vergessen."

Serbiens Innenminister Aleksandar Vulin äußerte sich ebenfalls zu Bidens Worten, Putin sei ein Kriegsverbrecher. Vulin sagte:

"Gerichtsverfahren ohne Prozess und Anklagen ohne Klageerhebung sind bereits ein Verbrechen. Wir Serben wissen, wie es ist, von Henkern verurteilt zu werden. Aus diesem Grund ist niemand für die Aggression der NATO gegen Jugoslawien verantwortlich, und Gerechtigkeit ist nicht wegen eines unserer ermordeten Kinder hergestellt worden. Die Länder, die im Jahr 1999 das Völkerrecht gekillt haben, haben kein Recht, sich im Jahr 2022 darauf zu berufen."

Mehr zum Thema - Serbiens Präsident gegen NATO-Beitritt: Können die Aggression von 1999 nicht vergessen

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