
Studie: Großpleiten in Deutschland erreichen Rekordzahl

Die Zahl der Großinsolvenzen in Deutschland bleibt einer Studie zufolge trotz der verbesserten Konjunkturlage auf Rekordniveau. Im ersten Halbjahr registrierte der Kreditversicherer Allianz Trade 33 Unternehmensinsolvenzen von Firmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro. Das waren zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie aus der am Freitag veröffentlichten Untersuchung hervorgeht.

Damit setzt sich der Negativtrend nach dem Rekordjahr 2025 fort. Im vergangenen Jahr verzeichnete Allianz Trade insgesamt 94 Großinsolvenzen in Deutschland – den höchsten Wert seit Beginn der Auswertung im Jahr 2015.
"Auch 2026 gibt es keine Verschnaufpause bei den Großinsolvenzen", sagte Milo Bogaerts von Allianz Trade. Der Negativtrend verfestige sich und sei ein "Warnsignal für die deutsche Wirtschaft". Besonders betroffen waren die Automobilbranche mit sieben, der Einzelhandel mit fünf sowie Maschinenbau und Dienstleistungen mit jeweils vier Großinsolvenzen.
In den vergangenen vier Quartalen verzeichnete Allianz Trade weltweit insgesamt 504 Großinsolvenzen. Davon entfielen 325 Fälle auf Westeuropa. Deutschland vereinte mit 97 großen Insolvenzen etwa 30 Prozent aller Großinsolvenzen in Westeuropa, gefolgt von Frankreich (69), Italien (62) und Großbritannien (45).
Der deutsche Einzelhandel hat zudem im Juli 2026 einen deutlichen Dämpfer erhalten. Die Umsätze sanken gegenüber dem Vormonat preisbereinigt um 3,4 Prozent, nominal lag der Rückgang bei 1,7 Prozent. Im Vergleich zum Juli 2025 gingen die realen Umsätze um 2,5 Prozent zurück, während sie nominal um 0,3 Prozent zulegten. Besonders stark fiel der Rückgang bei den Tankstellen aus, deren reale Umsätze um 9,1 Prozent sanken. Auch der Handel mit Nicht-Lebensmitteln sowie der Online- und Versandhandel verzeichneten deutliche Einbußen. Im Lebensmitteleinzelhandel fiel der Rückgang mit 0,8 Prozent dagegen geringer aus. Die Zahlen deuten insgesamt auf eine spürbare Schwäche beim privaten Konsum hin.
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