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Deutschland: Höchste Firmenpleitenquote seit 21 Jahren

Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland liegt laut dem Leibniz-Institut rund 20 Prozent höher als im Juni des Vorjahres und beeindruckende 80 Prozent höher als in einem durchschnittlichen Juni der Jahre 2016 bis 2019. Der Anstieg erfasse dabei nahezu alle großen Branchen.
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Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hat die aktuellen Zahlen zum Thema "Insolvenztrend", also andauernden Firmenpleiten in Deutschland, mitgeteilt. Die nüchterne Realität lautet, dass der Studie zufolge im Frühjahr 2026 so viele Firmenpleiten gemeldet waren wie seit 21 Jahren nicht mehr. 

2026 gilt laut Welt-Recherchen bislang als eines der insolvenzstärksten Jahre seit mehr als zwei Jahrzehnten. Im ersten Halbjahr wurden demnach rund 12.900 Unternehmensinsolvenzen offiziell gemeldet, "der höchste Stand seit 2013". Exemplarisch habe die Zahl der Pleiten von Bäckereien "deutlich zugenommen".

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 meldeten nach Angaben des Unternehmens Creditreform bundesweit 63 entsprechende Betriebe Insolvenz an, das sind 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Erfasst wurden dabei nur Unternehmen aus dem Wirtschaftszweig "Herstellung von Backwaren", also "Bäckereien und Konditoreien, die selbst backen und verkaufen", keine Aufbackketten.

Die IWH-Analyse bestätigt, dass die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland auch im Juni erneut angestiegen ist. Im zweiten Quartal 2026 gab es damit "so viele Firmenpleiten wie seit 21 Jahren nicht mehr." Der Anstieg erfasse nahezu alle großen Branchen.

Besonders betroffen seien Unternehmen in Nordrhein-Westfalen und Hessen. Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland liegt laut IWH-Insolvenztrend im Juni bei 1.702 Meldungen. Weiter heißt es zu den Vergleichsauswertungen:

"Das sind 12 Prozent mehr als im Mai, 20 Prozent mehr als im Juni 2025 und 80 Prozent mehr als in einem durchschnittlichen Juni der Jahre 2016 bis 2019, also vor der Corona-Pandemie."

Die IWH-Statistik legt weiter offen, dass ebenfalls mit Stand Juni "in den größten 10 Prozent der insolventen Unternehmen mehr als 14.000 Arbeitsplätze betroffen" waren. Damit liege dieser Wert von betroffenen Beschäftigten rund "26 Prozent über dem Vormonatswert und 11 Prozent unter dem Niveau von Juni 2025, jedoch 30 Prozent über dem Durchschnitt eines typischen Junis der Vor-Corona-Jahre 2016 bis 2019."

Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung, erklärte laut Agenturmeldung, die vorgestellten Zahlen "zeigen, dass das Insolvenzgeschehen weiterhin auf einem außergewöhnlich hohen Niveau liegt." Zudem werde bei Insolvenzen größerer Unternehmen "immer seltener ein Rettungsweg gefunden", so das Branchenunternehmen "Transformationsberatung Falkensteg". Im vergangenen Jahr sei nur noch "knapp jede dritte Firma (32,1 Prozent) nach der Pleite saniert oder an Investoren verkauft" worden.

Im Jahr 2020 hatte die Rettungsquote demgegenüber mit 57 Prozent noch deutlich mehr als die Hälfte betragen.

Seit Beginn der IWH-Erhebungen zum Jahresbeginn 2020 wurden im zweiten Quartal 2026 in fast allen großen Branchen neue Höchstwerte erreicht, darunter im Baugewerbe, im Grundstücks- und Wohnungswesen, im Handel, im Gastgewerbe und in den Dienstleistungen.

Traditionellen Fachgeschäften gehe durch das stetig steigende Online-Geschäft wichtige Laufkundschaft verloren. Vor allem kleinere, inhabergeführte Betriebe gerieten zudem durch steigende Kosten, wachsenden Preiskampf und sparsame Konsumenten in die wirtschaftliche Schieflage und müssten permanent gegen die drohende Insolvenzgefahr ankämpfen.

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