
Sonntagsfragen: Der Vorsprung der AfD stabilisiert sich

Auch wenn sich die Umfragen der drei großen Institute Allensbach, Forsa und INSA, die in den letzten beiden Tagen veröffentlicht wurden, in Details unterscheiden, an einem Punkt stimmen sie alle überein: Der Vorsprung der AfD vor der CDU hat sich stabilisiert.
Bei Allensbach zog die AfD erst im Mai an der CDU vorbei, damals mit 26 gegen 25 Prozent, liegt aber mittlerweile bei 28 Prozent (die CDU noch bei 24). Weiter gefallen ist die SPD, die bei diesem Institut noch 12,5 Prozent erreicht; die Grünen haben sich in den letzten Monaten etwas erholt auf 13 Prozent, die FDP liegt hier mit 5,5 Prozent knapp über der entscheidenden Schwelle, die Linke erzielt 10 Prozent und das BSW wird seit Anfang des Jahres nicht mehr abgefragt.

Bei Forsa liegt die CDU etwas niedriger bei 22 Prozent, auch die SPD erhält mit 12 Prozent weniger Zustimmung, die Grünen liegen seit Mai stabil bei 15 Prozent, die FDP verpasst mit 4 Prozent den Einzug in den Bundestag, die Linke holt 11 Prozent, die AfD ist seit fünf Wochen stabil bei 27 Prozent und das BSW wird mit 3 Prozent aufgeführt.
INSA verzeichnet, auch das bereits seit Mai, 29 Prozent für die AfD; die CDU ist seit der letzten Umfrage ein halbes Prozent auf 21,5 gefallen, die SPD liegt, wie bei Allensbach, bei 12,5 Prozent, die Grünen bei 13, die FDP bei 4, die Linke bei 10,5 und das BSW bei 3,5.
In Summe ergibt sich also ein Abstand zwischen AfD und CDU, der mindestens vier Prozent beträgt, wenn nicht mehr. Der SPD ist es bei keinem der Institute gelungen, ihre Werte zu stabilisieren, die Grünen liegen wieder über ihrem Ergebnis bei der letzten Bundestagswahl, die Linke oszilliert bereits seit einem Jahr übereinstimmend zwischen 10 und 12 Prozent, auch wenn sich die jeweiligen Werte etwas unterscheiden; nur Allensbach sieht die FDP im Bundestag, und das BSW müsste sich noch etwas mehr anstrengen, um die fünf Prozent zu schaffen.
Wären diese aktuellen Werte – quer durch alle drei Institute – das Ergebnis einer Bundestagswahl, wäre die einzig vorstellbare Koalition eine von CDU, SPD und Grünen, da eine andere Zusammensetzung ohne die AfD keine Mehrheit erreichte. Das würde sich auch durch einen Einzug von FDP oder BSW nicht grundsätzlich ändern. Die Erfahrung mit der Ampelkoalition hat aber gezeigt, dass gerade die großen Partner bei solchen Konstellationen verlieren, was sowohl bei SPD als auch bei CDU/CSU die Neigung dazu deutlich verringern dürfte. Das derzeitige Ergebnis wäre also eine fast unmögliche Regierungsbildung – außer, es gäbe doch eine Koalition mit der AfD.
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