
Feuer in bulgarischem Munitionslager ausgebrochen

Nachdem es am 10. August in einem Munitionswerk der Firma EMCO im Dorf Beliza in der Gemeinde Trjawna gebrannt hatte, ist es erneut zu einem Feuer in einem EMCO-Munitionslager gekommen. Das Rüstungsunternehmen ist Eigentum des bulgarischen Rüstungsfabrikanten Emilian Gebrew und liefert unter anderem Munition sowjetischer Bauart an das Selenskij-Regime. Mit dem namensgleichen österreichischen Werkzeugmaschinenbauer Emco hat das Unternehmen nichts zu tun.
Diesmal ereignete sich der Brand in der Nähe des zentralbulgarischen Ortes Gorni Varpishta (oder Vurpishta; bulgarisch: Горни Върпища). Laut Polizeiangaben geschah der Vorfall am späten Freitagabend. Bulgarischen Medien zufolge, die sich auf einen der Direktoren des Unternehmens beziehen, kam niemand bei dem Brand zu Schaden. In den Lagerhallen seien lediglich zwei Sicherheitsleute gewesen, die den Ort des Geschehens umgehend verlassen hätten. Auch für die Bevölkerung soll keine Gefahr bestanden haben, heißt es.

Wie groß das Ausmaß des Schadens ausfiel, war zunächst unklar. Nach dem Ausbruch des Feuers soll es zu mehreren Explosionen gekommen sein. Die Gouverneurin der Region Gabrowo, Kristina Sidorowa, wurde in den Medien mit den Worten zitiert, das Feuer breite sich von Lagerhalle zu Lagerhalle aus.
Bulgariens Innenminister Iwan Demerdschiew zufolge, der den Brandort am Samstag aufsuchte, konnte der Brand jedoch auf ein Lagerhaus begrenzt werden. Es seien lediglich lokale Brände zurückgeblieben, die sich nicht weiter ausbreiteten. Eine Drohne überwache das Gelände, während Experten der bulgarischen Antiterrorbehörde darüber entschieden, ob der Brandort bereits betreten werden könne, um das Feuer endgültig zu löschen.
Wie bei dem vorherigen Brandfall bei EMCO prüfe man jede Möglichkeit bezüglich der Brandursache, erklärte Demerdschiew. Man schließe eine Einmischung von außen nicht aus, prüfe jedoch auch mögliche Regelverstöße der Firma bezüglich der Lagerung gefährlicher Stoffe. Der bulgarische Innenminister ordnete eine Sicherheitsinspektion aller Munitionslager an.
Derweil forderte die proeuropäische bulgarische Oppositionspartei Да, България ("Ja, Bulgarien!") die Einberufung des Nationalen Sicherheitsrats. In einem Post auf der Social-Media-Plattform Facebook beschuldigte der Co-Vorsitzende der politischen Bewegung Iwajlo Mirtschew Russland einer Sabotagekampagne. Er nahm dabei Bezug auf den Vorwurf der Bundesregierung, Russland sei für den Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen verantwortlich.
Auf eine mögliche russische Spur verweisen auch einige deutschsprachige Medien in ihrer Berichterstattung. Demnach habe es im Jahr 2015 einen mutmaßlichen Giftanschlag auf den EMCO-Eigentümer Gebrew gegeben, für den in Bulgarien drei russische Staatsbürger angeklagt wurden. Auch sei es in den Jahren zwischen 2011 und 2020 zu Explosionen in bulgarischen Militärdepots gekommen, derentwegen die bulgarische Staatsanwaltschaft sechs russische Staatsbürger beschuldigt habe. Russland hat entsprechende Vorwürfe stets zurückgewiesen.
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