Europa

Großbritannien lockert Russland-Sanktionen ‒ EU kritisiert

Seit dem 20. Mai erlaubt Großbritannien wieder den Bezug von russischem Öl und Gas über Drittländer – ebenso wie den Import daraus hergestellter Produkte. Hintergrund ist die Sorge um die Versorgungssicherheit. Die EU kritisiert den Schritt und hält an ihren Sanktionen nicht nur fest, sondern will sie noch verschärfen.
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Großbritannien lockert überraschend die Sanktionen gegen russisches Öl und Gas – und erlaubt wieder den Import bestimmter Produkte über Drittländer wie Indien oder die Türkei. Betroffen sind unter anderem Diesel, Kerosin und LNG, sofern diese dort aus russischen Rohstoffen verarbeitet wurden. Die Regelung gilt seit dem 20. Mai 2026.

Hintergrund sind massiv gestiegene Energiepreise und Sorgen um die Versorgungssicherheit infolge der Krise rund um die Straße von Hormus. London argumentiert mit dem "Schutz nationaler Interessen", während intern bereits von einem "Fehler" gesprochen wird. 

Die EU reagiert irritiert. EU-Kommissar Valdis Dombrovskis bezeichnete den Schritt als "unerwartet" und machte deutlich, dass Brüssel derzeit keine Lockerung der Russland-Sanktionen plant. Im Gegenteil: Die EU hält weiter am harten Kurs fest und versucht sogar, zusätzliche Maßnahmen gegen Russlands Ölhandel und die sogenannte Schattenflotte vorzubereiten. 

Für Verbraucher in Großbritannien könnte die Lockerung kurzfristig niedrigere Kraftstoffpreise und mehr Versorgungssicherheit bedeuten. In der EU dagegen dürfte Energie vergleichsweise teurer bleiben, solange Brüssel an den strengeren Importbeschränkungen festhält. Gleichzeitig wächst der politische Druck, weil russische Energie über Umwege ohnehin weiter auf den europäischen Markt gelangt.

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