Nach historischer Wählerrebellion: Deutschlands Politikerkaste bunkert sich ein

Eigentlich ist alles klar nach den drei Landtagswahlen im September: Bundeskanzler Friedrich Merz und die Politik, für die er steht, haben fertig. Doch die etablierte Politkaste bunkert sich ein und verkündet im Staats-TV das "Jetzt erst recht!" für die objektiv gescheiterte Politik. Es ist zum Verzweifeln … Ist es das?

Von Alexej Danckwardt

Deutschland ist für dieses Jahr fertig mit Wählen, bis zum Frühjahr kommenden Jahres ist vorerst "Ruhe" – hofft die etablierte Politikerkaste. Und was es für Wahlen waren, die wir im September erlebt haben! Revolution, Anti-Merz-Referendum, Rebellion, Watschn ... Egal, welchen Begriff man für das Geschehene verwenden will, fest steht, dass in diesen drei Wochen ein historisches Superlativ das nächste jagte.

Erst verfehlte in Sachsen-Anhalt die absolute Protestpartei AfD nur knapp die absolute Mehrheit. Zwei Wochen später flog die Kanzlerpartei CDU erstmals überhaupt in ihrer Geschichte aus einem Landtag – in Mecklenburg-Vorpommern – und die (allerdings auch nicht unbedingt geistig gesundete) Linke wurde erstmals stärkste Partei in der Bundeshauptstadt.

Friedrich Merz hat seine Partei zu drei Wahldebakeln geführt. Alle Analysten sind sich einig: Alle drei Wahlen waren in erster Linie Referenden gegen den Bundeskanzler und seine Politik … Und? Nichts "und"! Merz stellt sich doch tatsächlich noch am Sonntagabend vor die Presse und verkündet – in der Sekunde, in der jeder denkt, wir erleben nun seinen Rücktritt oder die Ankündigung von Neuwahlen – ein "Weiter so!". "Die Reformen müssen kommen!" – die abgewählten Reformen, wohlgemerkt. Das ist dreist.

Wir leben wahrlich in einer Ära der Schamlosen. Immer, wenn ein Rücktritt objektiv unvermeidlich ist, wird er vermieden. Hielten Sie es, werter Leser, für möglich, dass ein Promotionsbetrüger sich trotz seiner öffentlich gewordenen Schande doch tatsächlich für charakterlich geeignet hält, das höchste Amt im Freistaat Thüringen einzunehmen? Karl-Theodor zu Guttenberg, Annette Schavan, Franziska Giffey, Manja Schreiner, diese prominentesten Beispiele von Rücktritten nach nachgewiesenen Plagiaten in Promotionsarbeiten, beißen sich in ihrer Versenkung in die Ellenbogen und fragen: "Das durfte man? Einfach im Amt kleben bleiben?"

Nein, durfte man nicht! Und darf man auch heute nicht. Doch wir leben in nicht normalen Zeiten, in denen Ethik, Moral, Wahrheit und Recht Kopf stehen. Die Zeit der Lügner, wie ein RT-Autor neulich titelte. Das Motto dieser hoffentlich kurzen Anomalie hat schon vor Jahren Annalena Baerbock ausgegeben: "Mir ist egal, was meine Wähler denken". Das Codewort, an dem die Usurpatoren und Despoten aus der schamlosen deutschen Politikerkaste einander erkennen, ist ebenfalls bekannt: "Unsere Demokratie". Ihre, nicht die des Volkes.

Egal, wie man die Wahlergebnisse interpretiert (leider hat ein Teil der Wähler den Unverschämten Möglichkeiten gelassen, Koalitionen des Machterhalts unter sich zu schmieden), die bisherige Politik ist abgewählt. Unterstützung der Ukraine, Klima- und Genderwahn, Energiesteuern, Krieg gegen Russland – all das hat nicht die Unterstützung des Souveräns. Es muss nicht "besser erklärt" werden, es muss aufhören. Jetzt!

Doch lauscht man dem Kanzler, hört die Talkrunden im Mainstream-TV oder was die etablierte Politikerkaste sonst so faselt, so wird das objektiv Gescheiterte und deutlich Abgewählte stur weiter betrieben. Deutschland in Geiselhaft der Uneinsichtigen.

Da kann schon Ohnmacht und Resignation aufkommen. Doch das wäre die falsche Reaktion auf die Unverschämtheit der Eliten. Die Zeit spielt gegen Deutschland. Niemals vergessen: Es ist auch ein Wettlauf gegen den kommenden Krieg, den genau diese "Eliten" fest eingeplant haben. Wenn die da "jetzt erst recht" weitermachen wollen, muss der Gegenspieler – das Volk – es ebenso tun.

Es steht schon seit vielen Jahren fest, dass Deutschland einen kompletten Austausch seiner nicht nur ethisch-moralisch bankrotten "Eliten" benötigt. Heute ist der historische Moment, in dem die in ihren Sesseln Festklebenden dann eben zusammen mit den Sesseln aus ihren Kabinetten herausgetragen werden, zum Greifen nahe. Er wird kommen, dies ist inzwischen unvermeidbar geworden, eben weil da oben nie das Richtige gelernt wird.

Ein historisch beispielloser Versager hat 1989 gesagt: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben". Der Satz ist unvollständig, richtig muss er lauten:

"Wer zu spät geht, den bestraft es hart!"

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