Von Dagmar Henn
Irgendwie erinnert das an den Spitznamen, den sich Friedrich Merz eingehandelt hat, den Fotzenfritz. Bei dem man immer erläutern muss, dass eine Fotzn im Bayerischen ein auch als Watschn oder Schelln bekannter Schlag ins Gesicht ist.
Da sitzen also die drei baltischen Zwerge mit dem ebenfalls nicht groß gewachsenen Wladimir Selenskij (der angeblich jüngst beim Foto vor Downing Street 10 seine Größermachschuhe nicht tragen durfte) und beraten, wie man "die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine stärken, den Druck auf Russland erhöhen und Europa sicherer machen könne".
Ein Fotzngesicht oder ein Watschnbaum ist ein Mensch, der instinktiv Aggressionen auslöst. Ohne, dass er dazu viel tun muss. Durch das reine Sein.
Die hervorstechendste Eigenschaft fast sämtlicher Inkarnationen baltischer Staaten in der EU ist die völlig surreale Überheblichkeit. Nicht nur in Gestalt von Kaja Kallas, die vor ihrer Karriere als Teil der EU-Abschreckung als estnische Premierministerin bestenfalls einer Bürgermeisterin einer hochverschuldeten, subventionsabhängigen Großstadt entsprach und jetzt mitten in der Führung der EU ein wandelndes geistiges Vakuum bildet, weil sie es aus ihrer früheren Funktion gewohnt ist, eher zeremoniell anwesend zu sein, weil die Entscheidungen ohnehin von den Geldgebern gefällt wurden. Gelegentlich entweichen diesem Vakuum Worte, die aber genauso geistleer sind wie ihr Ursprung, dafür aber gerne die Gefahren für die gewöhnlichen Bürger der europäischen Zwangsgemeinschaft heraufsetzen.
Wie gerade eben erst mit dem Vorhaben, russische Schiffe im Mittelmeer zu überfallen. Ein Plan, der ihrem Amtsnachfolger Kristen Michal, der sich nun mit Selenskij getroffen hat, sicher gefällt. Schließlich sind da die Franzosen, die Italiener und die Griechen beteiligt, Länder mit echten Flotten (und jahrtausendealten Seefahrtstraditionen) und nicht mit drei Mann und einem Hund in einem Boot, wie die Esten.
Wenn man daran denkt, dass Russland davon überzeugt ist, die Drohnen, die St. Petersburg und das Gebiet Leningrad angreifen, seien mitnichten in der Ukraine, sondern vielmehr auf dem Gebiet der baltischen Zwerge gestartet, ob nun von einem Lkw oder einem Schiff, dann sieht man, dass Selenskijs Kumpane da ziemlich viel Schaden für ihr Geld erzeugen. Eigentlich ist kaum mehr nachzuvollziehen, dass sich Russland das nach wie vor ungestraft bieten lässt. Aber vielleicht leidet dann irgendwann ein estnisches Schiff unter plötzlicher, unerklärlicher Materialermüdung oder so.
Das wäre noch der günstige Ausgang. Weil das dann den Rest Westeuropas nicht einbeziehen würde und die Schelln da landete, wo sie hingehört. Die Absicht der Giftzwerge samt Selenskij ist jedoch, möglichst die großen europäischen Länder, ja die ganze NATO mit ins Spiel zu ziehen; wie ein Rotzlöffel, der selbst kaum bis zur Tischkante reicht, aber ständig mit seinem großen Bruder droht.
Immerhin, rund um den Kurzen von Kiew haben sich auch noch ein paar andere Länder versammelt, die ganze nordeuropäische Erlesenheit, Schweden, Finnland, Norwegen, Island, Dänemark ... alle Versammelten miteinander stehen für 36 Millionen Einwohner, also gerade mal soviel wie Polen. Alexander Stubb aus Finnland hat halb so viele Untertanen wie der bayerische Ministerpräsident und ungefähr so viele wie der Bürgermeister von St. Petersburg.
Treffen musste sich dieser Watschnwald in Tallinn wegen "mehrerer Vorfälle mit russischen Drohnen". Die erweisen sich zwar meist als Gespenster, weil rätselhafterweise nie dokumentiert, oder als sorgfältig auf Dächer gelegte Dekorationen wie einst in Polen, oder sie sind eben gleich ukrainische, aber für die haben unsere Geistesriesen auch die passende Erklärung: alles Wladimir Putins Schuld. Klar, der Rotzlöffel war es nie, und wenn doch, ruft er den großen Bruder.
Also, die Ukraine will dann "kostengünstige Abfangdrohnen zur Verfügung stellen, um einen Schutzschild gegen russische Drohnenangriffe aufzubauen". Kostengünstig sind die sicher nur, weil sie mindestens zur Hälfte vom deutschen Steuerzahler geschenkt wurden. Wenn Selenskij auf dicke Hose macht, kann man sich sicher sein, dass er das Suppositorium geklaut hat. Und klar, es ist total sinnvoll, ein "Schutzschild gegen russische Drohnenangriffe aufzubauen", wenn es eigentlich ukrainische sind, die gefährdend herumfliegen, und wenn Russland, sollte es wirklich mal die Faxen dicke haben, eher etwas massiver hinlangt als mit ein paar Drohnen. Am Watschnbaum können auch Haselnüsse hängen.
Dummerweise ist die ganze Brüsseler Blase samt ihrer Fans in den EU-Ländern so begierig darauf, endlich zum Superstaat zu kommen, selbst wenn dieser bankrott geboren wird, dass der einzig vernünftige Schritt nicht stattfinden kann: die baltischen Giftzwerge in Quarantäne zu stecken und so lange weder mit ihnen zu reden noch ihnen Geld zu schicken, bis sie wieder so weit zu Verstand gekommen sind, dass sie zumindest ahnen, wie groß und bedeutend sie wirklich sind. Zur Bearbeitung der darauf folgenden Depression könnte man ja noch ein paar Psychiater schicken.
Was vielleicht auch Selenskij geholfen hätte, dann müsste er keine Größermachschuhe tragen oder womöglich sogar seine Taschen nicht mit immer mehr Geld vollstopfen. Aber dafür ist es vermutlich zu spät. Er wird weiter von Fotosession zu Fotosession jetten und zwischendrin das in Geld umgewandelte Blut seiner Untertanen durch seine Nase jagen, und alle, die ähnlich korrupt und gierig sind wie er, werden ihn umarmen und herzen bis zu dem Tag, an dem sie ihn plötzlich nicht mehr kennen oder unter Krokodilstränen seinen Nekrolog vortragen.
Man stelle sich einmal vor, sie hätten nie den Erbfeind Russland erfunden und müssten sich jetzt immer gesittet benehmen. Sie müssten vielleicht sogar ab und zu mal belegen, dass sie etwas für die Bevölkerungen ihrer Länder übrig haben und in derem Interesse handeln. Die gesamte Mann- und Frauschaft der europäischen Watschngesichter, in die sich Selenskij so hervorragend integriert, wäre hoffnungslos überfordert. Russland, das gibt dem Tag Ordnung und Sinn, so wie Heroin dem Junkie.
Und wenn man sich mit diesen Leuten nicht einen Planeten teilen müsste, dann wäre das sogar unterhaltsam.
Mehr zum Thema – Weiteres Rezept eines "Sieges über Putin" – Europäische Milchmädchenrechnung Teil Unendlich