Ein Porträt des russischen Präsidenten Wladimir Putin soll die Mitglieder der deutschen Delegation im Vorfeld des Empfangs durch Russlands Außenminister Sergei Lawrow verstört haben. Wie die Pressesprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am 30. September berichtete, hätten die Deutschen eine Nachfrage zu Putins Porträt in dem für das Treffen zwischen Lawrow und seinem deutschen Amtskollegen Johann Wadephul vorgesehenen Raum gestellt. In einer Sendung des Radio Sputnik erklärte Sacharowa:
"Die deutsche Delegation, ihre Protokollanten, die zur Vorbereitung des Treffens mit Wadephul kamen, sind wortwörtlich gegen die Wand gelaufen, als sie dort das Porträt des Präsidenten Russlands sahen. Sie wissen vielleicht, dass dieses Porträt in unserem Raum immer hängt. Und sie begannen, auf die Wand zu starren, und fragten: 'Wird das Porträt auch bleiben, wenn Wadephul kommt?'"
Die Diplomatin berichtete weiter, dass Russlands Vertreter im Gegenzug erklärt hatten, dass das Demonstrieren der Flagge und des Porträts des Präsidenten zur Tradition gehörten und als solches von der deutschen Gastseite respektiert werden sollte. Sacharowa wörtlich:
"Dieses Porträt bleibt, wenn Wadephul da ist, und auch, wenn Wadephul nicht da ist."
Die Sprecherin des russischen Außenministeriums erinnerte zudem daran, dass Wadephul noch vor einem Jahr ein Treffen mit Lawrow ausgeschlossen habe. Dennoch initiierte Berlin selbst das Gespräch, das am 26. September am Rande der 81. UN-Generalversammlung stattgefunden hatte. Sacharowa vermutete, dass es sich damit um einen Versuch handelte, die sinkenden Zustimmungswerte des Bundeskanzlers Friedrich Merz zu verbessern.
Russlands Außenminister Sergei Lawrow implizierte, dass das rund 20-minütige Gespräch unproduktiv verlaufen sei. Zu Wadephul erklärte er:
"Er holte die Papiere heraus und las einen Text vor, der vollständig das wiederholte, was Deutschlands Staatsspitze täglich behauptet. Ich habe daraus nichts Neues erfahren."
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