Das neue Gebäude der Staatlichen Kunstgalerie Perm, das vom Architekten Sergei Tschoban und dem von ihm geleiteten Architekturbüro SPEECH entworfen worden war, wurde mit dem internationalen Architekturpreis "International Architecture Awards 2026" in der Kategorie "Museen und Kulturzentren" ausgezeichnet. In derselben Kategorie gewann ein weiteres Projekt aus Russland – das nach Galiasgar Kamal benannte Tatarische Staatstheater in Kasan. Darüber berichtet The Art Newspaper.
Doch damit nicht genug: Russische Architekturprojekte wurden auch in anderen Kategorien ausgezeichnet. Zum Beispiel das Denkmal für die gefallenen Seeleute in Petropawlowsk-Kamtschatski, der One Tower in Form eines Möbiusbandes in Moskau City, drei "tanzende" Wohnhochhäuser am Ufer der Moskwa sowie einige weitere Mehrfamilien- und Privathäuser und Geschäftszentren. Eine im Großen und Ganzen einzigartige Situation – wenn man den geopolitischen Kontext berücksichtigt. The Art Newspaper berichtet:
"Der Preis wurde im Jahr 2004 vom Chicagoer Museum für Architektur und Design Athenaeum gemeinsam mit dem Europäischen Zentrum für Architektur, Kunst, Design und Stadtforschung sowie dem Verlag Metropolitan Arts Press ins Leben gerufen."
Interessant ist auch, wie es um die preisgekrönten Projekte und die ausgezeichneten Architekten steht. So gilt beispielsweise der Leningrader Tschoban, Mitbegründer des russischen Architekturbüros SPEECH, im Westen als deutscher Architekt, in Russland hingegen als russischer. Er realisiert seine Projekte sowohl dort als auch hier. So hat er beispielsweise gerade die Restaurierung des Gebäudes der Sotow-Brotfabrik Nr. 5 an der Krassnaja Presnja abgeschlossen und arbeitet derzeit an einem neuen Projekt – einem Museum im Moskauer Stadtteil Basmanny, dessen Bau bald beginnen wird.
Und die "tanzenden Wolkenkratzer" am Ufer der Moskwa des russischen Architekturbüros MAXX-architects wurden bereits mit einem weiteren renommierten Preis ausgezeichnet – im Sommer schaffte es dieses Projekt unter die Finalisten des weltberühmten World Architecture Festival (WAF) 2026 in der Kategorie "Zukunftsprojekte".
Das Projekt besteht aus vier Baukörpern: drei 200 Meter hohen Wohnhochhäusern in bionischer Form und einem sich zickzackförmig windenden Bildungszentrum. Die fließenden, plastischen Silhouetten der Wolkenkratzer sind als Metapher für drei "tanzende Jungfrauen" konzipiert, die die Einheit von lebendiger Natur, nationaler Kultur und spirituellen Werten verkörpern, betonen die Schöpfer des Projekts.
Das World Architecture Festival gilt als einer der renommiertesten Wettbewerbe der Branche. Im Jahr 2026 schafften es gleich acht Projekte russischer Architekten ins Finale des WAF, darunter auch das Werk von MAXX-architects.
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