Die Proteste unter dem Motto "Albanien steht nicht zum Verkauf" richten sich gegen ein Bauprojekt von Jared Kushner sowie gegen die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama, welcher die Bebauung von unter Naturschutz stehenden Gebieten erlaubt hat, sofern es sich um "strategische Investitionen" handelt.
Vor dem Hintergrund der landesweiten Protestbewegung geraten auch zahlreiche andere Projekte unter Druck. So haben in der Kakome-Bucht im Süden des Landes Einwohner der umliegenden Dörfer Barrieren und Baucontainer umgeworfen, die vor 22 Jahren im Zuge eines weiterhin andauernden Rechtsstreits von einem Privatinvestor aufgestellt wurden und den Zugang zu den Stränden der Bucht versperren. Den Einheimischen zufolge gehört das Land seit Generationen ihren Familien und sie fordern freien Zugang zu ihrem Eigentum.
Weil Flamingos die Insel Sazan als Brutplatz nutzen, wird die Protestbewegung, die mittlerweile alle Landesteile erfasst hat, "Flamingo-Revolution" genannt.
Edi Rama, der Vorsitzende der Sozialistischen Partei Albaniens, ist bereits zum dritten Mal in Folge Ministerpräsident. Er selbst kam nach großen Protesten an die Macht, die von blutigen Ausschreitungen begleitet waren und mehrere Todesopfer forderten. Mit seiner ersten Amtszeit endete die ernste politische Krise, die Albanien in den Jahren von 2009 bis 2013 fest im Griff hatte.
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