Bisher sind in Deutschland Bargeldzahlungen prinzipiell in unbegrenztem Umfang möglich, auch wenn manche Händler bereits jetzt das Zahlen mit Scheinen nicht mehr gerne sehen. Das unterscheidet die BRD von vielen anderen EU-Ländern.
Lediglich beim Immobilienkauf gilt seit dem Jahr 2023 ein Barzahlungsverbot, für Goldkäufe seit dem Jahr 2020 ab der Summe von 2.000 Euro eine Identifizierungspflicht. Ansonsten müssen Barzahler bisher erst bei Summen über 10.000 Euro ihre Identität nachweisen und Belege über die Herkunft des Geldes vorweisen. Für Händler herrscht eine entsprechende Dokumentationspflicht.
Doch damit ist es bald vorbei. Ab dem 10. Juli 2027 tritt eine neue Bargeldobergrenze in Kraft. Sie beruht auf einer Entscheidung der aus dem Jahr 2024. Ab dann tritt die Identifizierungs- und Nachweispflicht aufseiten des Kunden sowie die Dokumentationspflicht des Händlers bereits ab einem Betrag von 3.000 Euro ein. Darüber berichteten jüngst die Fuldaer Zeitung und ruhr24.de.
Barzahlungen über mehr als 10.000 Euro sind dann auch in der BRD generell verboten. Mit dieser Maßnahme will der Gesetzgeber die Möglichkeiten zur Geldwäsche und Terrorfinanzierung eindämmen. Ausnahmen soll es lediglich bei nicht-gewerblichen Zahlungen zwischen Privatpersonen geben.
Nicht nur Datenschützer befürchten durch die Maßnahme den gläsernen Bürger, der im Rahmen von Antiterrormaßnahmen und der Bekämpfung schwarzer Kassen unter Pauschalverdacht gerät. Auch die Pläne Brüssels, den digitalen Euro einzuführen, stoßen trotz eines Gesetzesvorschlags des EU-Parlaments aus dem Juni 2026, der das Fortleben des Bargelds im alltäglichen Handel sichern soll, auf das Misstrauen vieler Bürger.
Denn auch wenn in der BRD die Bargeldzahlungen zurückgehen, spricht sich doch in Umfragen regelmäßig eine deutliche Mehrheit der Bürger für den Fortbehalt des Bargelds als gesetzliches Zahlungsmittel und gegen ein Bargeldverbot aus. Eine bis Dezember 2026 laufende Petition auf der Seite bargeldverbot.info zum garantierten Erhalt der Möglichkeit von Bargeldzahlungen etwa im öffentlichen Nah- und Fernverkehr hat bereits über 400.000 Unterzeichner.
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