Tankrabatt endet am 1. Juli – Schneller Preisanstieg erwartet

Die Bundesregierung hat das Ende des zweimonatigen Tankrabatts auf den 1. Juli festgesetzt. Der Interessenverband für Autofahrer ADAC rät daher, noch vor dem Ende "am 29. Juni vollzutanken". Hintergrund sind befürchtete umgehende Preiserhöhungen.

Ab dem morgigen Mittwoch gilt wieder die reguläre Steuer auf Benzin und Dieselkraftstoff an den deutschen Tankstellen. Branchenbeobachter rechnen laut Medienberichten damit, dass die Preise bereits im Vorfeld wieder steigen könnten. Eine Analyse des Münchner Ifo-Instituts spiegelt die Realität wider, dass in den vergangenen Wochen nur ein Teil der Autofahrer vollständig von der Maßnahme profitierte.

Der Tankrabatt läuft offiziell laut politischer Vorgabe aus Berlin in der Nacht zu Mittwoch aus. Der Rabatt sei laut Mitteilung des Münchner Ifo-Instituts nur bedingt bei den Autobesitzern angekommen. Für Dieselkraftstoff haben die Experten bis einschließlich 25. Juni laut Auswertungen "nur eine Weitergabe von durchschnittlich 12 Cent pro Liter" errechnet. Dieses Ergebnis liegt deutlich unter den 16,7 Cent, um die die Steuer im Rahmen der Entlastungsmaßnahme gesenkt wurde.

Die gängige Regel, dass die Tankstellen die Preise nur einmal täglich um 12 Uhr mittags anheben dürfen, soll demnach jedoch bestehen bleiben. Deshalb wird laut Branchenkennern erwartet, dass der große Preissprung an den meisten Tankstellen voraussichtlich am 1. Juli mittags erfolgen wird.

Der ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club), der größte Verkehrsclub Deutschlands, schreibt in einer Mitteilung:

"Es ist davon auszugehen, dass Benzin und Diesel rasch wieder um rund 17 Cent je Liter teurer werden. Ob und welche Entlastungsmaßnahmen für Autofahrer und Autofahrerinnen geplant sind, ist bislang offen. ADAC Tipp: Autofahrende sollten rechtzeitig vor Ende des Tankrabatts noch einmal den Tank füllen."

Florian Neumeier, der stellvertretende Leiter des Ifo-Zentrums für Finanzwissenschaft, erklärte gegenüber dem Spiegel mit Blick auf die Nutznießer der vergangenen Wochen, dass "der Tankrabatt beim Superbenzin nahezu vollständig an die Autofahrerinnen und Autofahrer weitergegeben" wurde. Gemeint sei die aktuell ermittelte durchschnittliche "Super E5- und Super E10-Weitergabe von 17 und 16 Cent pro Liter". Beim Diesel lag die Weitergabe demgegenüber bei rund 73 Prozent. 

Nach Ansicht der Ifo-Forscher sei die politische Maßnahme mit dem Auslaufen des Tankrabatts richtig. Mit Kosten von 1,6 Milliarden Euro sei sie für die Steuerzahler "sehr teuer gewesen". Dazu heißt es in der Berliner Zeitung:

"Einem typischen Dieselfahrer mit 17.000 Kilometern Jahresleistung brachte die Entlastung rechnerisch rund 33 Euro, einem Benziner mit 9.500 Kilometern etwa 21 Euro. Ob die Steuersenkung vollständig an die Verbraucher weitergegeben wurde, ist umstritten."

Der künftige Kraftstoffpreis hänge von der Entwicklung des Ölpreises ab. Zuletzt war der Ölpreis gesunken, was auch leicht fallende Kraftstoffpreise zur Folge hatte. Realistisch sei jedoch, Anfang Juli "wieder mit steigenden Kraftstoffpreisen zu rechnen", teilte das Ifo-Institut am Montag mit.

Am vergangenen Sonntag kostete laut ADAC-Auswertung der Kraftstoff "E10 pro Liter im bundesweiten Durchschnitt 1,845 Euro und damit 0,2 Cent mehr als am Vortag". Der Preis für Diesel betrug am Sonntag "1,765 Euro pro Liter (+0,2)". Schon in den vergangenen Tagen sei demnach "ein leichter Anstieg zu beobachten, und auch am Wochenende zogen die Spritpreise nochmals an".

Grundlage der Abschätzung des Ifo-Instituts war ein Vergleich mit den Spritpreisen in Frankreich. Dadurch sollte bei der Analyse der Preisentwicklung zwischen normalen Veränderungen – zum Beispiel durch sinkende Ölpreise – und dem Effekt des Tankrabatts unterschieden werden.

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