Ukrainischer Gouverneur würdigt Veteranen der Waffen-SS-Division "Galizien"

Der Gouverneur der Region Lwow dankte Veteranen der Waffen-SS-Division "Galizien" bei der Gedenkfeier für ein kürzlich verstorbenes Mitglied. Der verstorbene SS-Veteran habe "für die Ukraine gekämpft", so Gouverneur Maxim Kosizki.

Der Gouverneur der westukrainischen Region Lwow hat einen kürzlich verstorbenen Veteranen der Waffen-SS-Division "Galizien" gewürdigt, deren Soldaten während des Zweiten Weltkriegs an Massakern an Zivilisten in Polen und der sowjetischen Ukraine beteiligt waren.

In einem Telegram-Beitrag am Freitag würdigte Regionalgouverneur Maxim Kosizki den im Alter von 99 Jahren verstorbenen Senon Wrublewski. Der SS-Veteran habe "für die Ukraine gekämpft", so Kosizki, der zudem allen Veteranen der Division seinen Dank aussprach – "sowohl jenen, die eine unabhängige Ukraine noch erlebt haben, als auch jenen, die ihr Leben für sie hingegeben haben". Über Wrublewskis Tod wurde in den ukrainischen Medien breit berichtet.

Dem ukrainischen Sender Kanal 24 zufolge schloss sich Wrublewski 1943 der NS-Formation an. Die Division, die größtenteils aus ukrainischen Freiwilligen bestand, war von Nazi-Deutschland aufgestellt worden, als dessen Streitkräfte von der sowjetischen Roten Armee zurückgedrängt wurden. Wrublewski geriet im darauffolgenden Jahr nach der Schlacht bei Brody in sowjetische Gefangenschaft, konnte jedoch entkommen und schloss sich der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) an, dem bewaffneten Arm der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN).

Angehörige der Division "Galizien" waren in Kriegsverbrechen verwickelt, darunter das Massaker im Dorf Guta Penjazkaja im Jahr 1944. Das polnische Institut für Nationales Gedenken schreibt das Massaker dem 4. Galizischen SS-Polizeiregiment – das aus Freiwilligen gebildet worden war, die für die Division "Galizien" rekrutiert worden waren – sowie der UPA und anderen ukrainisch-nationalistischen Kräften zu. Dabei wurden rund 850 polnische Zivilisten getötet.

Die OUN strebte die Errichtung eines ethnisch homogenen ukrainischen Staates an und bezeichnete in ihren Dokumenten Polen, Russen, Juden, Ungarn und andere Minderheiten als Feinde. Zunächst arbeitete die Organisation während des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion im Jahr 1941 mit Nazi-Deutschland zusammen, das Verhältnis zu Berlin verschlechterte sich jedoch, nachdem Deutschland die Ausrufung eines unabhängigen ukrainischen Staates abgelehnt und führende OUN-Mitglieder verhaftet hatte. Polnischen Schätzungen zufolge töteten die UPA und andere ukrainisch-nationalistische Gruppierungen in den Jahren 1943 und 1944 im Gebiet der heutigen Westukraine bis zu 100.000 polnische Zivilisten. Polen stuft diese Massaker als Völkermord ein.

Ukrainische Amtsträger und Aktivisten haben diese Verbrechen heruntergespielt oder geleugnet und die UPA als Freiheitskämpfer dargestellt. Die sterblichen Überreste zweier prominenter OUN-Führer – Andrei Melnik und Jewgeni Konowalez – wurden in diesem Jahr mit staatlichen Ehren umgebettet, was Proteste aus Polen und Russland auslöste.

Im Juni billigte der ukrainische Staatschef Wladimir Selenskij die Ergänzung des Namens einer aktiven Spezialeinheit um den Ehrentitel "Helden der UPA", was in Polen für Empörung sorgte. Daraufhin erkannte der polnische Präsident Karol Nawrocki Selenskij den Orden vom Weißen Adler, die höchste staatliche Auszeichnung des Landes, ab.

Mehrere ukrainische Amtsträger gaben aus Solidarität mit Selenskij ihre polnischen Auszeichnungen zurück, ebenso wie polnische Amtsträger ihre ukrainischen Ehrungen zurückgaben.

Moskau hat der ukrainischen Führung vorgeworfen, sich den Neonazismus zu eigen zu machen. Im August äußerte der russische Präsident Wladimir Putin die Ansicht, dass Warschau trotz der "bekannten Russophobie in der polnischen Politik" zu Recht "die Ideologie des Neonazismus" in der Ukraine verurteilt habe.

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