Auf dem Gelände beziehungsweise im Umfeld des britischen Luftwaffenstützpunkts der Royal Air Force Fairford in Südwestengland ist es am Sonntag zu einem größeren Polizeieinsatz gekommen. Mehrere Männer wurden wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das britische Sprengstoffgesetz festgenommen. Die Behörden evakuierten zudem Anwohner in der nahe gelegenen Ortschaft Whelford.
Nach Angaben der Polizei wurde ein sogenannter "major incident", ein "schwerwiegender Vorfall" ausgerufen. Spezialisten der britischen Armee zur Kampfmittelbeseitigung untersuchten mehrere Fahrzeuge. Ein Polizeikordon wurde eingerichtet. Nach Angaben der Behörden war die Lage am Sonntagmittag unter Kontrolle. Über mögliche Verletzte war zunächst nichts bekannt.
Am Haupttor des Stützpunkts waren nach Augenzeugenberichten bewaffnete Polizisten im Einsatz. Rund 30 Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten befanden sich zeitweise in der Umgebung. Die Bewohner mehrerer Häuser im Bereich Whelford wurden vorsorglich in ein nahegelegenes Freizeitzentrum evakuiert.
Der Vorfall erfährt besondere Aufmerksamkeit, weil RAF Fairford auch von der US-Luftwaffe genutzt wird. Im März hatten die USA Langstreckenbomber auf den Stützpunkt verlegt. Das britische Verteidigungsministerium hatte anschließend bestätigt, dass die USA britische Militärbasen für bestimmte Verteidigungsoperationen im Zusammenhang mit dem Krieg gegen den Iran nutzen.
Nach Angaben von Reuters hat die britische Regierung den USA die Nutzung von RAF Fairford für Angriffe auf iranische Raketenstellungen gestattet, die Schiffe in der Straße von Hormus angreifen. Im Juli hatte die iranische Revolutionsgarde Großbritannien davor gewarnt, US-Bomber von Fairford aus operieren zu lassen.
Die US-Luftwaffe wollte sich nicht zu konkreten Sicherheitsmaßnahmen äußern. Ein Sprecher erklärte jedoch, die zuständigen US-Einheiten und die übrigen in Großbritannien stationierten Verbände seien wachsam und würden geeignete Maßnahmen zum Schutz von Soldaten, Zivilbeschäftigten, Auftragnehmern und deren Familien ergreifen.
Die britische Polizei hat bislang ausdrücklich nicht bestätigt, dass die Festnahmen mit RAF Fairford oder der militärischen Nutzung des Stützpunkts zusammenhängen. Auch ein terroristischer Hintergrund ist bislang nicht bestätigt. Die Ermittlungen konzentrieren sich zunächst auf den Verdacht von Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz und die Untersuchung der beschlagnahmten beziehungsweise überprüften Fahrzeuge.
Zu der Identität der Männer machten die Behörden bisher keine Angaben. Unklar ist auch, was genau in den Fahrzeugen gefunden wurde. Ebenso ist unklar, ob der Luftwaffenstützpunkt tatsächlich das Ziel eines Anschlags war. Die Ermittlungen dauern an.
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